Service für BMW M – Fahrzeuge und klassische Sportwagen
Tegetech-Power
Oldie-Motoren sind seine große Leidenschaft

Oldie-Motoren sind seine große Leidenschaft

(Quelle: Westfalenpost, 02.09.2014 – Text: Annette Dülme)
Marsberg. Für Kfz-Meister Wolfgang Tegethoff ist eines klar: „Man kann auch ohne einen BMW leben, aber es lohnt sich nicht.“ Seine Spezialwerkstatt „Tegetech Power“ in Marsberg ist als Fachbetrieb für historische Fahrzeuge ausgezeichnet worden.

tegetech-power-bmw-marsbergDie Spezialwerkstatt Tegetech Power in der Mönchstraße 24 ist als Fachbetrieb für historische Fahrzeuge ausgezeichnet worden. Damit ist er einer der wenigen zertifizierten Fachbetriebe für historische Fahrzeuge in ganz NRW. Firmenchef ist Kfz-Meister Wolfgang Tegethoff (50). Die Spezialwerkstatt ist sein Leben. Sportwagen aber auch. Vornehmlich die der Marke BMW und vornehmlich die mit dem M für Höchstleistungsmotoren. Und in die Jahre gekommen sollten sie auch sein. So wie sein BMW CSI im leuchtenden Türkis, Baujahr 1974.

Vor 20 Jahren schon hat er ihn komplett restauriert. Damals hatte er noch keine eigene Werkstatt. Vor einer Woche ist er mit ihm noch zum Oldtimer Grand Prix am Nürburgring gefahren. Den Schritt in die Selbstständigkeit hat Wolfgang Tegethoff 2008 gewagt. Obwohl ihn auch BMW München oder BMW Motorsport München abwerben wollten, weil er sich mit deren M-Motoren auskennt wie kein Zweiter. Aber Tegethoff blieb seinen Plänen treu: „Ich wusste, dass es klappen wird. Denn es gibt nicht viele, die sich mit den M-Fahrzeugen auskennen.“ Sie sind speziell. Um sie warten und reparieren zu können, bedarf es eines umfangreichen Fachwissens. Und das hat sich der BMW-Fachspezialist im Laufe seiner 25 Berufsjahre angeeignet.
Viele Erfahrungen gesammelt

Schon immer schlug sein Herz für sportliche und klassische Autos. Deshalb hat er 1980 eine Kfz-Lehre im BMW-Autohaus Sagel in Marsberg gemacht. Seit 1991 als Werkstattmeister tätig, entdeckte Wolfgang Tegethoff in einem autorisierten BMW-Fachbetrieb in Hofgeismar sein Faible für die Marke und besonders die M-Modelle. In dem Fachbetrieb war er viele Jahre der Spezialist für BMW-Motoren und konnte so viele Erfahrungen sammeln.

tegetech-power-westfalenpostMit der Selbstständigkeit hat er endgültig sein Hobby zum Beruf gemacht. „Service für BMW-M-Fahrzeuge und klassische Sportwagen“ hat sich Tegetech Power auf die Fahne geschrieben. In der Szene ist er dank seines Fachwissens äußerst gefragt. Seine Kunden kommen aus dem ganzen Bundesgebiet und darüber hinaus.

Erstes Auto in eigener Werkstatt war ein BMW M1, Baujahr 1981. Den hatte ein Händler aus Südafrika angeliefert, um ihn bei Tegetech Power zum Weiterverkauf warten und optimieren zu lassen. Er war erst knapp 20 000 km gefahren
Komplettrestauration

„Für 200 000 Euro wurde der BMW nach Stuttgart weiterverkauft“, erzählt der Spezialist für BMW-M-Motoren mit glänzenden Augen und zieht die Schutzdecke von einem BMW 3,0 CSL, Baujahr 1971, der schon bessere Zeiten gesehen hat und nur durch eine Komplettrestauration zu retten ist. Ein Fall für die Spezialwerkstatt.

„Die Bodenbleche waren komplett weg, man konnte beim Fahren quasi mitlaufen“, erklärt Azubi Christopf Peters. Er ist wie sein Chef vom M-Motoren-Virus infiziert. Ebenso der zweite Mitarbeiter. Der Geselle besucht gerade die Meisterschule. Den Vorderwagen haben die Mechaniker bereits erneuert. Bleche nachgefertigt und verschweißt. Nicht angeschraubt, so wie heute üblich. Kaum zu glauben, dass er einmal so aussehen wird, wie der hennarot lackierte BMW M635, Baujahr 1984. Er hat 286 PS unter der Motorhaube. Das Motorgetriebe hat Wolfgang Tegethoff ganz neu aus Originalteilen zusammengebaut.
Wenig Kilometer auf dem Tacho

Obwohl der M635 schon 30 Jahre alt ist, hat er erst 18 000 Kilometer auf dem Tacho. Tegethoff: „Er gehörte einem Hobbyrennfahrer, der im Sommer nur mit ihm über den Nürburgring gefahren ist.“ Die Bodenbleche leuchten genau so hennarot wie die Kotflügel oder das Dach. Er hat noch keinen Unterbodenschutz und vermutlich nie einen Tropfen Regen gesehen, ist der BMW-M-Speizialist begeistert vom dem Youngster. Nicht umsonst lautet sein Motto: „Man kann auch ohne einen BMW leben, aber es lohnt sich nicht!“
Vergaser wird von Hand eingestellt

Azubi Peters werkelt derweil am sandbeigen Alfa Romeo Julia, Baujahr 1973. Er hat 89 PS, einen 1,3 Liter Sportmotor. „Er fährt so um die 170 km/h“. Der war damals schon mit seinem Doppelvergaser was Besonderes“, zeigt sich der junge Mann sachkundig und stellt die Vergaser von Hand ein. Die Zündung auch. Dazu benutzt er zeitgemäße Testgeräte. Das werde in einer „normalen“ Kfz-Ausbildung gar nicht mehr gelehrt, auch im Meisterkurs nicht, weiß der Azubi. Weil es die alten Testgeräte kaum noch gibt.